„Auch auf YouTube werden rechtsextreme Ideologien verbreitet.“

Bildschirmfoto 2014-07-04 um 11.18.22„Hey Mr. Nazi, komm’ auf meine Party. Ich stell’ dir meine Freunde vor!“, singt Blumio in seinem Song „Hey Mr. Nazi“. Der deutsche Rapper mit japanischen Wurzeln wendet sich darin auf offene und humorvolle Weise gegen Fremdenfeindlichkeit. Und weil diese Botschaft möglichst viele Jugendliche erreichen soll, hat die Bundeszentrale für politische Bildung eine Kampagne gestartet, bei der man selbst kreativ werden kann.
Bei „YouTuber gegen Nazis“ interpretieren bekannte YouTuber, wie Albertoson, Simon Desue oder Y-Titty, Blumios Song neu und ermuntern die Community, es ihnen gleich zu tun. Die eingereichten Videos wurden bei der Verleihung des Deutschen Webvideopreises 2014 am 24.5. im Düsseldorfer Capitol gezeigt. Jetzt geht die Kampagne in die nächste Runde. Die jugenddrehscheibe sprach mit Clemens Stolzenberg, einem der Akteure hinter der Aktion.

 

 

 

 

Herr Stolzenberg, warum hat sich die bpb ausgerechnet für eine YouTube-Kampagne entschieden?

 

 

Junge Menschen verbringen viel Zeit im Internet, besitzen ein Smartphone und nutzen regelmäßig Plattformen wie Facebook und YouTube. Hier werden Jugendliche mit den unterschiedlichsten Positionen konfrontiert – und eben auch rechtsextremistischen Denkweisen und Haltungen. Deshalb ist es wichtig, mit der Rechtsextremismusprävention genau dort hinzugehen, wo sich junge Nutzer im Netz aufhalten. Den Jugendlichen soll dabei geholfen werden, gegen rechtsextreme Meinungen Stellung zu beziehen und sich gegen diese zu immunisieren. Da auch auf YouTube rechtsextremistische Ideologien verbreitet werden, lag der Schritt im Rahmen der Kampagne mit bekannten YouTube-Künstlern zusammenzuarbeiten da sehr nahe.

 

 

Wie werden die Youtube-Stars ausgewählt?

 

 

Natürlich orientieren wir uns daran, welche YouTube-Künstler bei Jugendlichen populär sind. Es ist gut, ihre Reichweite zu nutzen, um möglichst viele anzusprechen. Gleichzeitig schauen wir aber auch, welche YouTuber sich mit gesellschaftlichen Themen beschäftigen, bei denen es also inhaltliche Schnittstellen gibt. Es gibt aber auch Künstler, die von der Kampagne erfahren haben und uns ansprechen, weil sie sich beteiligen wollen.

 

 

Wie läuft die Organisation und Moderation der Kampagne?

 

 

Wir kommen auf den unterschiedlichsten Plattformen mit den Jugendlichen ins Gespräch. In der ersten Phase der Kampagne waren das die einzelnen Kanäle der YouTube-Künstler. Diese wurden von den Künstlern eigenständig moderiert. Wir bieten fachliche Expertise an und haben z.B. mit den Künstlern gesprochen, um sie für rechtsextremistische Argumentationsmuster zu sensibilisieren. Jetzt, in der mittlerweile dritten Phase der Kampagne, wollen wir noch direkter mit den Nutzern in Kontakt kommen und sie noch stärker in die Kampagne einbinden. Daher planen wir unter dem Motto „Aus dem Netz auf die Straße“ eine „SummerRoadTour“ durchs Land, bei der wir auf verschiedensten Festivals präsent sein werden, über die Kampagne informieren und Video-Botschaften aufnehmen, die sich für mehr Toleranz und gegen rechtsextremistisches Denken und Handeln aussprechen. Die Kampagne begleiten wir weiterhin mit unserem Facebook-Profil, wo Info-Postings weitere Diskussionen anstoßen werden.

 

 

Wie wird mit tendenziösen Kommentaren umgegangen?

 

 

Es gibt natürlich rechtsextremistische Kommentare. Das liegt an der Offenheit des Mediums. Die Diskussion im Netz wird aber sehr aktiv geführt und in der Regel werden solche Kommentare dann auch relativ schnell von anderen Nutzern zweit- und drittkommentiert und so neutralisiert. Kommentare, die eindeutig strafrechtlich relevant sind, werden für alle sichtbar von der Moderation gelöscht.

 

 

Wie sehen die Einreichungen aus?

 

 

Wie man auf unserer Seite youtubergegennazis.de sieht,  sind die bisher eingereichten Beiträge sehr vielfältig und unterschiedlich. Manche Nutzer singen selbst und benutzen den Song von Blumio, um ihr eigenes Remake von dem Song zu machen – wir haben hier auf der Webseite Soundalikes bereit gestellt, die kostenfrei genutzt werden können. Andere arbeiten eher textlich und schicken ein Video-Statement, andere animieren einen kurzen Clip oder drehen einen kleinen Kurzfilm. Diese unterschiedlichen Herangehensweisen an das Thema sind natürlich ganz im Sinne einer Kampagne, die sich für Toleranz und Vielfalt ausspricht.

 

 

Sind sie zufrieden mit der Resonanz?

 

 

Die zweite Phase der Kampagne hatte Ende April begonnen und endete mit einem Auftritt der Kampagnen-Künstler auf dem Deutschen Webvideopreis in Düsseldorf. Die Kampagne wurde dort präsentiert, zeitgleich fand ein Life-Stream auf YouTube statt.  Innerhalb des relativ kurzen Zeitraums hatte die Kampagne deutlich an Fahrt gewonnen – innerhalb kürzester Zeit hatten wir über 60 Einreichungen und 1000 Fans auf Facebook und die Interaktion und das Engagement der Nutzer sind seitdem nochmals angestiegen. Wir haben gemerkt, dass das Interesse an der Kampagne weiterhin groß ist und das war dann auch für uns ein Grund, über eine Fortführung der Kampagne nachzudenken. Die dritte Phase der Kampagne startet daher jetzt im Juli. Den Endpunkt setzen wir dann mit einem größeren Schlussevent Mitte August.

 

 

Wie lange kann man seine Clips noch einsenden?

 

 

Beiträge können bis Mitte August eingesandt werden, die finale Frist dafür geben wir in den kommenden Tagen auf youtubergegennazis.de bekannt.

 

 

Alle Infos und Videos gibt es auf youtubergegennazis.de.

 

 

Interview: Andrea Hahn

 

SPIESSER: Im EU-Parlament

Bildschirmfoto 2014-05-30 um 14.34.02Europa hat gewählt. Vom 22. bis 23. Mai haben die Europäer die Sitzverteilung im Europäischen Parlament bestimmt. Die Redaktion von Spiesser.de nahm das zum Anlass, vier Nachwuchsjournalisten aus allen Teilen der Republik nach Straßburg zu schicken. An drei Tagen blickten diese hinter die Kulissen des riesigen Parlamentsgebäudes. Die jungen Medienmacher trafen sich mit deutschen Abgeordneten verschiedener Parteien, beobachteten im Pressebereich die Arbeit der Berichterstatter und staunten über die Dolmetscher, die mindestens fünf Sprachen fließend sprechen. Auch ein Besuch des Internationalen Gerichtshof der Menschenrechte stand auf dem Programm. Auf Spiesser.de ist nachzulesen, was sie noch alles erlebt haben.

FUDDER: Wahlprogramm auf Bierdeckeln

Bild 3Kaum jemand kann mit gutem Gewissen von sich behaupten, die Programme der zur Wahl stehenden Parteien gelesen zu haben. Beim Kneipengespräch in trauter Runde sind dennoch alle leidenschaftlich dabei und diskutieren über die Bundestagswahl, die Kandidaten und deren Politik.
Warum – so dachte sich die Redaktion von Fudder – bringen wir die Politik nicht dorthin, wo sie am meisten besprochen wird? Sie ließ die Freiburger Bundestagskandidaten von CDU, SPD, Grünen, FDP und der Piratenpartei kurzerhand sich und ihr Wahlprogramm auf Bierdeckeln vorstellen.
Herausgekommen sind interessante Kritzeleien, die von sachlich prägnanten Auflistungen der Forderungen und Ziele bis hin zu kreativen Mini-Kunstwerken reichen.

ECHO-LIVE: Schülervertreter über Bildungspolitik

Wie lange soll die Schulzeit in Deutschland dauern? Zwölf Jahre, dreizehn Jahre oder sogar mehr? Die Diskussion um die G8-Reform, also die Verkürzung der gymnasialen Schulausbildung von neun auf acht Jahre, spaltet die Republik seit Jahren in Befürworter und Ablehner. Und trotz des 2007 von fast allen Bundesländern gefassten Beschlusses, das Abitur nach zwölf Jahren einzuführen, sind inzwischen einige Bundesländer wieder dabei, auch das Abitur nach dreizehn Jahren zuzulassen.


Ausgestanden scheint das Thema also noch nicht. Und diejenigen, die in dieser Debatte insgesamt am wenigsten zu Wort kommen, sind laut Kerstin Fritzsche von Echo-Live diejenigen, um die es geht: Die Schüler selbst. Daher nahm die Redaktionsleiterin des Jugendmagazins Kontakt zu den Schülervertretern in Südhessen auf und bat diese, zum Thema G8/G9 Stellung zu nehmen. Daraus entstand der Gastbeitrag von Clara Veit, die dafür plädiert, die sechsjährige Mittelstufe beizubehalten und eine flexible, modulare Oberstufe einzuführen, die zwei bis vier Jahre dauert.


Echo-Live wird herausgegeben vom Medienhaus Südhessen.

Politische Themen kreativ behandeln

Es ist soweit! Der Schülerwettbewerb zur politischen Bildung startet wieder. Zum inzwischen 42. Mal sind Schulklassen zwischen der 5. und 11. Stufe aufgerufen, sich zu beteiligen und politische Themen im Rahmen einer Projektarbeit selbstständig zu bearbeiten. Organisator des Wettbewerbs ist die Bundeszentrale für politische Bildung.


Die verschiedenen Themen, die in diesem Jahr bearbeitet werden sollen, sind wie immer breit gestreut. Sie sollen politische Themen und aktuelle Diskussionen in die Schulen bringen. Jede Klasse kann sich eines der spannenden Thema auswählen, es gibt jeweils zwei Ausschreibungen, eine für die Stufen 5-8 und eine für die Stufen 8-11. Eine Neuerung in diesem Jahr ist, dass das Thema „Mitspieler gesucht! Spiele gestern und heute“ bereits für Viertklässer zugelassen ist. Andere Themen sind „Denk mal – was soll das Denkmal?“, „Trinken bis zum Umfallen?!“, „Schokolade macht glücklich!?“, „Von Karrierefrauen und Quotenmännern – der Weg zur Gleichberechtigung“, „Die Geschichte des Geldes – oder: wie sich Kaufen anfühlt“ und „Hoffnung Europa – Flüchtlinge aus Afrika“. Ein letztes Thema ist frei wählbar. Für jedes Thema macht die Bundeszentrale für politische Bildung ein paar Vorgaben, wie das Projekt genau aussehen soll, bei manchen Projekten soll eine Zeitungsseite gestaltet werden, andere erfordern eine Infotafeln oder einen Podcast.


Zu gewinnen gibt es bei diesem Wettbewerb ebenfalls Etwas: Insgesamt sind 404 Preise ausgeschrieben, sowohl Klassenfahrten als auch Geld- und Sachpreise. Der Einsendeschluss für alle Projektarbeiten ist der 1. Dezember 2012. Weitere Informationen gibt es auf www.schuelerwettbewerb.de.

RUNDSCHAU (SWP): Erlebnis Europa

Der Mai steht ganz im Zeichen Europas und der EU. Am 9. Mai ist offizieller Europatag. An diesem Datum wurde im Jahr 1950 die so genannte Schuman-Erklärung vorgelegt, die die Grundlage für die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, dem Vorläufer der heutigen EU, legte. Rund um dieses Datum, in diesem Jahr in der Woche vom 2. bis zum 14. Mai, findet bundesweit die Europawoche statt. Dabei soll durch Aktionen und Informationsveranstaltungen von beispielsweise Schulen, Vereinen und öffentlichen Stellen den Menschen die EU näher gebracht werden. Themen sind vor allem die Bedeutung der EU für die Menschen in den 27 Mitgliedsländern und die Funktionsweise der Union. „Europa ist hier!“, so lautet das diesjährige Motto.


Im vergangenen Jahr hat die Rundschau für den Schwäbischen Wald ihre Jugend Special-Seite am 9. Mai ganz dem Thema EU gewidmet. In einer Umfrage erzählen vier junge Leute, was ihnen zu Europa einfällt, außerdem berichten zwei Jugendliche, die je ein Elternteil aus Deutschland und aus einem anderen EU-Land haben, über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Ländern und ihr Leben in diesen beiden Kulturen. Dazu gibt es ein paar Fakten zur Europäischen Union und ein Interview mit einer Mitarbeitern des örtlichen Europabüros, die über die Bezugspunkte zwischen Jugendlichen und der EU und über ihre Arbeit für die EU redet.

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