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Spiegel Online schickt SchulSPIEGEL-Reporter aufs Land, um über die Jugend in der Provinz zu berichten

 

SchulSPIEGEL auf Spiegel Online

 

Das Thema schleppt Maximilian Popp,  bis vor kurzem Redakteur von Spiegel Online, schon länger mit sich herum. Obwohl er selbst im ländlichen Raum aufgewachsen ist, beschäftigt ihn die Frage, was es denn heute bedeute, als Jugendlicher in der Provinz zu leben. Da nur eine Geschichte dieser vielschichtigen Thematik schwerlich gerecht werden würde, entstand die Idee, daraus eine Serie zu machen und Reportagen aus verschiedenen Teilen Deutschlands zu versammeln.

Maximilian Popp

Zwei Teile der Serie „Wir Provinzkinder“ sind bereits im SchulSPIEGEL, dem Jugendressort von Spiegel Online, erschienen. Zwei weitere folgen. Aus einer Karte des Statistischen Bundesamtes über die Einwohnerdichte in Deutschland, wählte die Redaktion vier der am dünnsten besiedelten Orte im Norden, Süden, Osten und Westen der Republik aus und schickte SchulSPIEGEL-Reporter, die aus der jeweiligen Gegend stammen, dorthin. „Das soll den Zugang erleichtern“, erklärt Maximilian Popp.

Die erste Folge übernahm er selbst und fuhr übers Wochenende nach Oberkümmerling, einem Dorf im Bayerischen Wald. Die Recherche sei überraschend einfach gewesen. Über drei Ecken konnte er einen Kontakt zu einem 16-Jährigen herstellen, der in dem Dorf lebt und der Hauptprotagonist der Reportage wurde. So ein Zugang sei wichtig, sagt Popp. „Einfach nur hinfahren ohne vorher Kontakte oder ansprechpartner zu haben, wäre problematisch.“

Klare Vorgaben, wie sie die Geschichte umsetzen sollen, gibt es für die Autoren nicht. Das gemeinsame Ziel der vier Geschichten sei allerdings, herauszufinden, wie sich das junge Leben in der Provinz von dem in der Stadt unterscheidet, sagt der SchulSPIEGEL-Reporter. Ihm sei bei seiner Recherche besonders aufgefallen, dass das Leben der Jugendlichen auf dem Land stärker über Vereine organisiert ist. „Außerdem spielt das Auto in der Provinz eine wesentlich stärkere Rolle als in der Stadt“, so Popp. Grundsätzlich ließe sich das Landleben aber in zwei Perspektiven betrachten. Das zeigten auch die vielen Leserreaktionen, die bisher auf die Serie eingingen. Der eine Teil lobt die Übersichtlichkeit und Geborgenheit des Ländlichen, der andere bemängelt die beschränkten Entfaltungsmöglichkeiten. Jugendliche, die anders sein wollen, hätten es da schwer, sagt Maximilian Popp. „Wer nicht Fußball im Verein spielen will, fällt eben aus der Gemeinschaft raus.“ Wie sehr das Thema polarisiert, zeigt auch die Diskussion zur Serie im Spiegel-Online-Forum, die es mittlerweile auf mehr als 300 Beiträge bringt.

von Jan Steeger

 

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