Drei Monate lang war Robins Rubrik in der Ostfriesen-Zeitung (OZ) zu lesen. Auf der Jugendseite „Leserstrahl“ schrieb der siebzehnjährige Gesamtschüler, der ein Praktikum bei der OZ absolvierte, über sein Leben. Er berichtete von seinem Traumberuf Schauspieler, seinen Erlebnissen beim Karneval und beim Jiu-Jitsu-Training. Stets mit Bild und eigenem Serienlogo.
Dass ein Schüler überhaupt ein redaktionelles Praktikum bei der Ostfriesen-Zeitung machen darf, ist schon eine Ausnahme. Dass er darüber hinaus eine eigene Rubrik erhält, erscheint noch erstaunlicher. Dabei ist Robin Langenberg hochgradig sehbehindert und hat eine Sehstärke von gerade einmal zehn Prozent.
„Robins Lehrerin fragte bei uns an, ob er hier nicht ein Praktikum machen könnte“, erzählt OZ-Chefredakteur Uwe Heitmann. „Obwohl wir normalerweise keine Schülerpraktika anbieten, sagte ich Robin unter der Bedingung zu, dass wir daraus ein journalistisches Projekt machen.“ Besonders habe ihn beeindruckt, wie wenig sich Robin um seine Behinderung kümmere.
Jeden Dienstag kam Robin Langenberg in die Redaktion und schrieb seine Texte. Er durchlief in den zwölf Wochen verschiedene Redaktionen und lernte die Arbeit bei einer Tageszeitung kennen. Dadurch, dass es möglich war, die Schriftgröße im Redaktionssystem auf 800 Prozent einzustellen, hatte Robin auch keine Schwierigkeiten mit der PC-Arbeit. Die Volontäre Stephanie Arends und Stefan Claus betreuten den Nachwuchsjournalisten und gingen mit ihm die Texte durch.
Die Resonanz auf seine Rubrik sei durchweg positiv gewesen, berichtet Robin. „Im Bus, in der Schule, überall wurde ich auf die Artikel angesprochen.“ Für die Leser wiederum war es eine Bereicherung, mitzuerleben, wie gut Robin mit seiner Behinderung die Dinge des Lebens meistert.
von Jan Steeger
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