Community zum Mitnehmen

Zeitungen versuchen junge Leser zu erreichen, indem sie Jugendportale und Printmagazine vernetzen


Cover des Jugendmagazins kult

Einen großen Teil ihrer Freizeit verbringen Jugendliche im Netz. Zeitungsverlage nutzen diesen Umstand, um junge Leser mit ihrer Marke vertraut zu machen. Sowohl die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ), als auch die Mittelbayerische Zeitung haben crossmediale Konzepte vorgelegt, die Online-Communitys und Printformate miteinander verbinden. "Wir hoffen auf diesem Wege mittelfristig auch andere Lesergruppen, Abonnenten und auch Anzeigenkunden für die Tageszeitung zu gewinnen", sagt Veronika Weber, Leiterin des Online-Produktmanagements des Mittelbayerischen Verlages.

 
Im November 2008 erschienen erstmals die Jugendmagazine blue (NOZ) und kult (Mittelbayerische Zeitung). Es handelt sich um kostenlose Printprodukte, die an zentralen Punkten der Region ausgelegt werden. Das Magazin kult kann darüber hinaus auch kostenfrei abonniert werden. Das Besondere ist, dass diese in Zusammenarbeit mit einer Jugendcommunity im Netz erscheinen. Während die Mittelbayerische Zeitung eine ehemalige Flirt-Community aufkaufte, sie reformierte und so 2006 ihr eigenes Onlineportal kult.de gründete, kooperiert die Neue Osnabrücker Zeitung mit der bereits fest bestehenden OScommunity. Mit rund 400.000 angemeldeten Usern im Raum Osnabrück hat dieses Portal eine Monopolstellung in der Region. Es bietet vorrangig Ausgehtipps, Partyfotos, Chats, aber auch redaktionelle Inhalte. "Wir haben uns ganz bewusst für die Beteiligung an einer bestehenden Community entschieden, um von ihr zu lernen und durch Ergänzung der jeweiligen Stärken gemeinsam erfolgreich zu sein", sagt Imke Baller, Leiterin der Unternehmenskommunikation der NOZ.

 

Cover des Jugendmagazin blue

Auch kult.de kann auf eine beachtliche Zahl von rund 14.000 Usern verweisen. Dass auch das Printmagazin kult mittlerweile schon über 2.000 Abonnenten und eine Auflage von 25.000 Stück verfügt, hat sie unter anderem der starken Community zu verdanken, auch wenn User und Leser nicht unbedingt identisch sind. „Während das Onlineportal eher jüngere User anzieht, sind es bei dem Magazin vor allem Studenten“, sagt Veronika Weber.
 Beide Magazine werden über Anzeigen finanziert und mischen redaktionelle Artikel zu Themen wie Mode und Musik mit Veranstaltungstipps sowie nutzergenerierten Inhalten aus dem Onlineportal.
Ob es den Verlagshäusern so tatsächlich  gelingt, junge Leser für die Tageszeitung zu gewinnen, bleibt jedoch die Frage. „Es ist aber auch nicht unser vorrangiges Ziel, über blue Abonnenten für die Tageszeitung zu akquirieren, sondern uns als Medienanbieter in der Zielgruppe zu etablieren“, sagt Imke Baller.

                                                                                                 von Andrea Hahn

 

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