Finanzkrise in der Schule

Die Goslarsche Zeitung lässt Gymnasiasten erklären, warum die Weltwirtschaft in der Klemme steckt

Jugendseite "Junge Szene" zur Finanzkrise. Zum Download der Seite auf das Bild klicken.

Nur die wenigsten verstehen, warum es mit der Wirtschaft auf einmal den Bach runter geht. Immobilienkrise, toxische Wertpapiere, Verstaatlichung und Konjunkturpakete – bei dem Versuch, diese Zusammenhänge allgemein verständlich zu erklären, verheben sich selbst gestandene Wirtschaftsjournalisten regelmäßig.

Um den Überblick bei ihren Lesern wieder herzustellen, brachte die Welt am Sonntag im November vergangenen Jahres eine Beilage heraus, in der die Finanzkrise "kinderleicht" erläutert wurde. Neben der Idee, die Entwicklung der Krise mit Playmobil-Figuren nachzustellen, ließ die Redaktion Josef Ackermann von drei Schülerinnen interviewen.

Die WamS-Beilage inspirierte die Redakteure der Goslarschen Zeitung dazu, ebenfalls die Hilfe von Schülern in Anspruch zu nehmen, um die komplexen wirtschaftlichen Zusammenhänge zu beschreiben, die zur Krise geführt haben. "Wenn die Jugendlichen das selbst verstanden haben, dann könne sie das auch verständlich erklären", sagt Katja Krause, Redakteurin bei der Goslarschen Zeitung. "Das war unser Ansatz."

 

Die Journalistin, die bei der Goslarschen Zeitung für die Jugendseite "Junge Szene" zuständig ist, sprach mit ihrer Idee einen Gymnasiallehrer an, den sie bereits aus der redaktionellen Arbeit kannte. Der Pädagoge zeigte sich sehr aufgeschlossen und schlug eine elfte Klasse vor, deren Schülern er zutraute, das schwierige Thema zu bewältigen.
Katja Krause traf sich daraufhin mit dem Politiklehrer des Ratsgymnasiums zu einem Vorgespräch. "Die Schüler sollten in einer Unterrichtsstunde die Bankenkrise in den USA behandeln und ein Schaubild entwickeln, das die Zusammenhänge einfach darstellt", sagt die Redakteurin.

 

Katja Krause betreut die Jugendseite der Goslarschen Zeitung.

Vor der geplanten Schulstunde zur Finanzkrise gab der Gymnasiallehrer seinen Schülern Hausaufgaben auf, die in die Thematik einführen sollten. Zum verabredeten Termin nahmen Katja Krause und eine Praktikantin an der Unterrichtsstunde teil. Der Lehrer teilte die Klassen in verschiedene Gruppen ein und ließ sie Themenkomplexe erarbeiten wie die US-Immobilienkrise, die Spekulationen der Banken und die Hilfspakete vom Staat.

 

"Mit dieser elften Klasse haben wir einen Glücksgriff gemacht", sagt die Redakteurin, die nach dem Unterricht Statements von den Schülern einholte und Porträtfotos machte. Aus den Ergebnissen der Arbeitsgruppen machten die Schüler ein Schaubild, das in der Zeitung abgedruckt wurde. Dazu schrieb Katja Krause einen Text, der die Erklärungen der Schüler zur Finanzkrise wiedergibt. "Leider war eine Schulstunde zu knapp", sagt die Redakteurin. Das nächste Mal würde sie mehr Zeit für eine solche Aktion einplanen.

 

von Jan Steeger

 

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