Ruhrpott im Wandel

Ein Redakteur des Jugendportals mymercury.de berichtete sechs Wochen lang aus sechs Ruhrpott-Städten.

Sommerferien im Ruhrgebiet: Ein Jugendreporter nahm anderthalb Monate sechs Ruhrpottstädte unter die Lupe. Herausgekommen ist die sechsteilige Reportage "6 Cities", die auf dem Online-Portal von Mercury, dem Jugendmagazin der Wochenzeitung Rheinischer Merkur mit Sitz in Bonn, erschien. Darin stellt Jim-Bob Nickschas, Leiter der Online-Redaktion, den neuen Ruhrpott vor. Früher vor allem eine Industriehochburg, hat sich die Region inzwischen zum Dienstleistungsstandort mit einem vielfältigen Kulturangebot und einem hübschen Stadtbild entwickelt.

Jim-Bob Nickschas leitet die Online-Redaktion von Mymercury.de.

Jim-Bob, wie entstand die Idee zur Serie?
Wir wollten den Lesern das Ruhrgebiet näher bringen.  Deshalb bin ich durch ein paar Städte gereist und habe in der Reportage meine Reiseeindrücke verarbeitet. Wer den Pott nicht kennt, assoziiert damit oft immer noch Tagebau und rauchende Schornsteine. Aus diesem Grund wählten wir Städte aus, die – zumindest dem Namen nach – mit dem Ruhrgebiet verbunden werden. Mit Duisburg habe ich begonnen, weil die Stadt durch ihren Binnenhafen, den größten Europas, bekannt ist und an der westlichen Grenze des Ruhrgebiets liegt. Dortmund, die letzte Stadt meiner Reise, grenzt ans Sauerland.


Warum gerade das Ruhrgebiet?
Weil es früher die Arbeitsregion Nummer eins in Deutschland war. Aber seit einigen Jahren wandelt es sich zum Dienstleisstandort. Damit einhergehend hat sich ein kulturelles Angebot entwickelt, dass es so in dieser Region vorher nicht gegeben hat und auch das Stadtbild hat sich verändert. Das wollten wir mit "6 Cities" zeigen.


Warum hast du die Reportage ganz allein auf die Beine gestellt, anstatt Kollegen aus der Redaktion einzubinden?
Idee und Konzept stammen größtenteils von mir. Außerdem bin ich einer der wenigen freien Mitarbeiter, die aus der Gegend um den Ruhrpott kommen. Für uns arbeiten auch Autoren aus anderen Regionen Deutschlands. Weil ich selbst erst zweimal im Ruhrgebiet war, bin ich neugierig gewesen und hatte große Lust auf die Reise.

 

Wie hast du dich vorbereitet?
Im Internet und regionalen Tagszeitungen habe ich im Vorfeld geguckt, welche Sehenswürdigkeiten und kulturellen Veranstaltungen die Städte bieten. Dann habe ich mir einen Reiseplan erstellt. Meist bin ich erst ins Zentrum gefahren und habe mich durch die Innenstadt treiben lassen. Zum Teil habe ich mit Einwohnern gesprochen, um die Stimmung in der Stadt einzufangen. Dann bin ich meiner To-do-Liste gefolgt. Ziel war eine interessante Mischung aus Erlebnisbericht, Reportage und Städteporträt.

 

Wie lange warst du in einer Stadt?
Das waren alles Tagestouren. Den Rest  der Woche habe ich Fotos gesichtet und die Fakten zusammengetragen. Einen Serienteil fertig zu stellen, dauerte meist zwei bis drei Tage.

 

Bislang gab es noch keine Kommentare zu "6 Cities". Wie erklärst du dir das?
Mymercury ist ein sehr junges Projekt und befindet sich noch in einer Art "Dornröschenschlaf". Erst Ende letzten Jahres ging die Seite an den Start, seit Mitte des Jahres leite ich die Online-Redaktion. Momentan arbeiten wir immer noch an unserem Internetauftritt und am Aufbau eines festen Leserstamms. So etwas braucht Zeit.

 

Durch sechs Ruhrpottstädte ließ sich der Reporter treiben.

In der Reportage werden die positiven Aspekte der einzelnen Städte hervorgehoben. War das eine bewusste Entscheidung?
Nein. In den Berichten steht, was ich erlebt habe. Natürlich gibt es in den Städten die üblichen Probleme wie starken Verkehr und Lärm. Aber ich fand die negativen Gesichtspunkte nicht als wesentlich für den Artikel, sondern habe mich an der Zielvorgabe orientiert: das Ruhrgebiet als Kulturstandort vorzustellen.


Was macht in deinen Augen die positiven Eigenschaften einer Stadt aus?
Eine Stadt muss ihren Einwohnern genügend Freizeitmöglichkeiten bieten, um das Leben angenehmer zu gestalten. Auf der anderen Seite müssen genügend Arbeitsplätze vorhanden sein. Aus diesem Grund habe ich auch einige Male Einkaufszentren erwähnt, weil sie für mich sowohl Freizeitstätten als auch Standorte für Arbeitsplätze sind.


Warum hast du auf die Verwendung von Videobeiträgen oder Audio-Files verzichtet?
Weil diese Medien im Konzept nicht vorgesehen waren. Ich wollte eine klassische Reportage schreiben, die durch Fotos unterstützt wird. Pro Stadt habe ich zwischen 80 bis 120 Aufnahmen gemacht und dann eigenverantwortlich ausgewählt, welche Bilder auf die Seite gestellt werden.

 

Interview: Steffi Bojahr

 

 

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