Jim-Bob, wie entstand die Idee zur Serie?
Wir wollten den Lesern das Ruhrgebiet näher bringen. Deshalb bin ich durch ein paar Städte gereist und habe in der Reportage meine Reiseeindrücke verarbeitet. Wer den Pott nicht kennt, assoziiert damit oft immer noch Tagebau und rauchende Schornsteine. Aus diesem Grund wählten wir Städte aus, die – zumindest dem Namen nach – mit dem Ruhrgebiet verbunden werden. Mit Duisburg habe ich begonnen, weil die Stadt durch ihren Binnenhafen, den größten Europas, bekannt ist und an der westlichen Grenze des Ruhrgebiets liegt. Dortmund, die letzte Stadt meiner Reise, grenzt ans Sauerland.
Warum gerade das Ruhrgebiet?
Weil es früher die Arbeitsregion Nummer eins in Deutschland war. Aber seit einigen Jahren wandelt es sich zum Dienstleisstandort. Damit einhergehend hat sich ein kulturelles Angebot entwickelt, dass es so in dieser Region vorher nicht gegeben hat und auch das Stadtbild hat sich verändert. Das wollten wir mit "6 Cities" zeigen.
Warum hast du die Reportage ganz allein auf die Beine gestellt, anstatt Kollegen aus der Redaktion einzubinden?
Idee und Konzept stammen größtenteils von mir. Außerdem bin ich einer der wenigen freien Mitarbeiter, die aus der Gegend um den Ruhrpott kommen. Für uns arbeiten auch Autoren aus anderen Regionen Deutschlands. Weil ich selbst erst zweimal im Ruhrgebiet war, bin ich neugierig gewesen und hatte große Lust auf die Reise.
Wie hast du dich vorbereitet?
Im Internet und regionalen Tagszeitungen habe ich im Vorfeld geguckt, welche Sehenswürdigkeiten und kulturellen Veranstaltungen die Städte bieten. Dann habe ich mir einen Reiseplan erstellt. Meist bin ich erst ins Zentrum gefahren und habe mich durch die Innenstadt treiben lassen. Zum Teil habe ich mit Einwohnern gesprochen, um die Stimmung in der Stadt einzufangen. Dann bin ich meiner To-do-Liste gefolgt. Ziel war eine interessante Mischung aus Erlebnisbericht, Reportage und Städteporträt.
Wie lange warst du in einer Stadt?
Das waren alles Tagestouren. Den Rest der Woche habe ich Fotos gesichtet und die Fakten zusammengetragen. Einen Serienteil fertig zu stellen, dauerte meist zwei bis drei Tage.
Bislang gab es noch keine Kommentare zu "6 Cities". Wie erklärst du dir das?
Mymercury ist ein sehr junges Projekt und befindet sich noch in einer Art "Dornröschenschlaf". Erst Ende letzten Jahres ging die Seite an den Start, seit Mitte des Jahres leite ich die Online-Redaktion. Momentan arbeiten wir immer noch an unserem Internetauftritt und am Aufbau eines festen Leserstamms. So etwas braucht Zeit.