Kids Verbraucheranalyse 2013: Was Kinder wollen

von Redaktion | Aug 15, 2013 | Comments Off on Kids Verbraucheranalyse 2013: Was Kinder wollen
 
Jugenddrehscheibe , , ,
Ralf Bauer

Ralf Bauer ist Studienleiter der Kids Verbraucheranalyse 2013

Der ABC-Schütze mit dem Tablet-Computer in der Hand – dass Kinder ganz selbstverständlich in das digitale Zeitalter hineinwachsen und oft ihre Eltern in Sachen Medienkompetenz schlagen, ist unbestritten. Doch entspricht das Bild des daddelnden Kindes, das nur selten oder nie ein Buch in die Hand nimmt, der Wirklichkeit? Die alljährliche KidsVerbraucherAnalyse (KidsVA) untersucht das Medien- und Konsumverhalten von Kindern im Alter von 6 bis 13 Jahren. Das diesjährige Ergebnis überrascht. Kinder greifen häufiger zu Printprodukten als gedacht. Im Gespräch mit der Jugenddrehscheibe erklärt Ralf Bauer die Ergebnisse der Studie.


Herr Bauer, in der Kids Verbaucheranalyse 2013  kam heraus, dass mindesten 81 Prozent der Kinder mindestens einmal wöchentlich ein Buch oder eine Zeitschrift  lesen, während die Internetnutzung seit einigen Jahren stagniert. Wie kann man das erklären?  



Beim Internet muss man bedenken, dass die Nutzerschaft in zwei Gruppen zerfällt. Auf der einen Seite die Kinder ab 9 bis 10 Jahren, die fast alle im Netz sind (94 Prozent) und dann die 6 bis 9-Jährigen, bei denen aktuell rund die Hälfte ins Netz darf (51Prozent). Besonders bei den Jüngeren sind es also die Eltern, die noch skeptisch sind ihre Kinder frühzeitig den Zugang ins Netz zu gestatten.


Sie führen diese Studie schon seit 20 Jahren durch.  Haben Sie dabei die Beobachtung gemacht, dass Printprodukte von digitalen Medien verdrängt werden oder ist einfach nur ein neues Medium hinzugekommen?


Die Mediennutzung war über all die Jahre zwar immer gewissen Schwankungen ausgesetzt und hing z.B. auch bei Büchern immer auch von starken Themen ab (Stichwort Harry Potter), aber insgesamt kann man schon sagen, dass digitale Medien die Printprodukte nicht verdrängt haben.
Die Studie misst allerdings nicht das mediale Zeitbudget pro Medium – hier könnten sich eventuell doch durch die Addition neuer Medien Verschiebungen ergeben haben.


Können Verlage also aufatmen, weil auch die nachfolgenden Generationen ganz selbstverständlich zu Zeitungen und Büchern greifen? Oder sind es vielmehr die Eltern, die ihren Kindern Geschichten vorlesen?


Sicherlich werden Kinder über die Eltern an Bücher und Zeitschriften herangeführt, indem zuhause vorgelesen und gemeinsam Bücher und Zeitschriften durchgeschaut werden. Wie uns die Zahlen der vergangen Jahren zeigen ist dann, sobald die Lesefähigkeit der Kinder steigt und damit die Selbstständigkeit bei der Print-Nutzung, nicht Schluss mit Lesen. 
Spannende Inhalte und Themen werden daher weiter in Büchern und über Zeitschriften Leser finden.


Was schätzen Kinder an gedruckten Medien?


Zeitschriften bieten den Kindern eine Vielzahl an Möglichkeiten – neben dem Lesen von Comics und Geschichten, sind es Bastel-, Rätsel – und Beschäftigungsseiten. Dazu kommen dann noch Extras wie Poster oder kleine Spielzeuge auf den Magazinen. Das alles rund um einen Lieblings-Charakter oder ein interessierendes Thema. Die KidsVA zeigt, dass Kinder an Magazinen vor allem Spaß und Freude haben (96 Prozent), die Titel gerne immer wieder durchblättern (83 Prozent) und auch was dadurch etwas lernen (84 Prozent).


Ralf Bauer ist Studienleiter der KidsVA und Leiter für Markt- und Mediaforschung beim Egmont Ehapa Verlag.

Kontakt:
Ralf Bauer
(030) 24 00 81 18
r.bauer@egmont.de

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