Musik und mehr

von Redaktion | Oct 11, 2012 | Comments Off on Musik und mehr
 
Jugenddrehscheibe , , ,

Kerstin Fritzsche arbeitet als Redakteurin bei „Echo Online“, dem Internetportal der ECHO-Zeitungen. Zu ihren Aufgaben zählt die Leitung von ECHO-Live, dem Jugend- und Musikportal des Verlagshauses. Dort sind neben einigen Redakteuren vor allem die Volontäre des Verlags tätig. Im Gespräch mit  der Jugenddrehscheibe erzählt Kerstin Fritzsche, wie ECHO-Live entstanden ist und welche Idee hinter dem Portal steht.


Frau Fritzsche, inwieweit unterscheidet sich ECHO-Live von anderen Online-Angeboten für junge Leser?


Wir verbinden die normale Berichterstattung für Jugendliche mit einer starken Orientierung hin zu Geschichten über Musik und regionalen Festivals. Im Sommer sind wir aufgrund der Vielzahl an Veranstaltungen stärker musiklastig. Daneben bearbeiten wir regionale oder gesellschaftspolitische Themen. Eine Besonderheit dabei ist, dass wir drei bis vier Zielgruppen im Alter von 14 bis Anfang 30 ansprechen. Diese breite Zielgruppe ist manchmal ein Problem. Zumal bei Jugendlichen die einzelnen Zielgruppen altersmäßig ohnehin dichter gesteckt sind. Daher versuchen wir, mal jüngere Themen für 15-Jährige zu machen, wo dann das klassische Festival-Publikum abschaltet, aber umgekehrt gehen 15-Jährige eben noch nicht auf die regionalen Festivals, und denen müssen wir auch etwas bieten.


Kerstin Fritzsche leitet bei den ECHO-Zeitungen die Redaktion von ECHO-Live

Wie fing es denn an mit dem Online-Portal?


Als ich vor etwas mehr als fünf Jahren bei den Echo-Zeitungen anfing, gab es den Plan, die damaligen Jugendseiten ins Internet zu bringen. Jugendliche sind vor allem im Netz unterwegs, es ist ihre erste Informationsquelle. Das bedeutet folglich für uns, dass wir auch dort aktiv sein müssen. Auf der Internetseite Chili-Echo, die damals entstand, arbeiteten wir aber immer noch sehr printorientiert. Es sind kaum eigene Texte extra für die Website entstanden. Es war mehr so, dass wir jede Woche die Printseiten geplant und diese dann online gestellt haben.


Und wie entstand aus Chili-Echo ECHO-Live?


Es gab von Verlagsseite her außerdem die Überlegung, ein Portal zu machen, das die regionalen Musikfestivals aufgreift. Also eine Seite, auf der Bandinterviews, Fotos, Vor-Ort-Reportagen von Konzerten und Stimmungsberichte Platz finden. Das ist direkt ganz gut gestartet, war aber zunächst kein klassisch redaktionelles Projekt. Dann haben wir  im Haus gemerkt, dass man sich bei dem Portal und Chili-Echo mit den Zielgruppen ins Gehege kommt, was nicht sein müsste, und dass man hier Arbeitskraft bündeln könnte. Ein Jahr lang wurde überlegt, ob und wie die beiden Seiten fusionieren können, bevor die neue Website unter dem Namen ECHO-Live im November 2010 online ging.


Gibt es denn weiterhin das Print-Angebot für Jugendliche?


Ja, die Seiten gibt es ebenfalls.  Aber inzwischen arbeiten wir „online first“, und die besten Texte werden gedruckt. Durch diese Arbeitsweise kann ein Artikel auch schon mal länger sein oder man hat ein Video oder Fotos dazu. Und man kann in der Zeitung ankündigen, dass online noch mehr zu dem Thema zu finden ist.


Was für Themen sind das, die auf ECHO-Live Platz haben?


Wir sind ein kleines Lokalportal, und uns ist es wichtig, dass wir Themen anders betrachten, einfach einen neuen Blickwinkel einnehmen. Denn es ist ein Unterschied, ob ein freier Mitarbeit zu einem Skate-Contest geht oder ob das ein Jugendlicher macht. Insgesamt machen wir viel zum Thema Sport, zum Beispiel zu Trendsportarten, und zum Thema Mode. Und auch ohne die Festivals sind wir immer noch sehr musiklastig, rezensieren beispielsweise regelmäßig neu erscheinende Alben. Aber wir greifen auch auf, was hier so passiert, und berichten beispielsweise darüber, was es Neues aus den Schulen zu erzählen gibt oder wenn jemand etwas Außergewöhnliches geleistet hat.


Auf ECHO-Live schreibt vor allem der journalistische Nachwuchs. Wie finden Sie die Autoren?


Screenshot von ECHO-Live

ECHO-Live soll eine Möglichkeit sein, Erfahrungen im Journalismus zu sammeln. Wir wollen Jugendliche fürs Schreiben begeistern. Um sie für die Mitarbeit zu gewinnen, gehen wir beispielsweise in Schulen und halten dort Workshops oder machen ab und an die Blattkritik einer Schülerzeitung. Mundpropaganda von Lehrern spielt auch eine Rolle.


Und wieviele Jugendliche arbeiten derzeit für ECHO-Live?


Unser Verteiler besteht aus rund fünfzig Leuten, aber der aktive Kern besteht aus zehn bis fünfzehn Mitarbeitern. Höchstens. Wie bei anderen Jugend-Seiten ist das ein buntes Konglomerat aus Praktikanten, Ex-Praktikanten, Jugendlichen, die bei uns anfragen, Jugendlichen, die jemand kennt und „geworben“ hat und Leuten, die wir über eigene Veranstaltungen werben. Um uns mit unseren Autoren auszutauschen, nutzen wir vor allem unsere Facebook-Gruppe oder telefonieren mit den Jugendlichen. Face-to-Face treffen wir uns nicht so oft.


Es findet keine gemeinsame Redaktionssitzung statt?


Nicht mit der Jugendredaktion. Aber wir haben zweimal die Woche eine interne Redaktionskonferenz. Die Themen verteilen wir anschließend weiter nach außen an die Jugendlichen.


Schreiben Sie auch manchmal für ECHO-Live?


Die meisten der Texte schreiben die Jugendlichen. Aber oft ist es auch so, dass man aktuelle Themen hat, die man gerne direkt aufgreifen will. Wie zum Beispiel das Fluter-Interview mit dem schwulen Profi-Fußballer vom letzten September und die Geschichte, die daraus resultierte. Da müssen wir auch ran. Und dann macht man das aufgrund der Aktualität selbst.




Wie die Nutzer-Zahlen der Website zeigen, wird ECHO-Live immer häufiger besucht: Im August diesen Jahres verzeichnete die Seite 17.565 Besuche (Juli: 12.665) und 355.296 Seitenabrufe (Juli: 183.314).




Interview: Kathrin Justen

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