Finale bei der KMK

von Redaktion | Jul 19, 2011 | Comments Off on Finale bei der KMK
 
Jugenddrehscheibe

Zum Finale der Blitz-KinderMedienKonferenz 2011 diskutieren namhafte Fachleute über Qualitätsmerkmale zur Berichterstattung für die junge Zielgruppe. Fünf Punkte wurden bei einer Konferenz von bpb und izi im Jahr 2004 erarbeitet. Heute gilt es, diese mit Erfahrungen aus der Praxis abzugleichen und eventuell anzupassen.


Die Expertenrunde um Maya Götz und bpb-Präsident und Moderator Thomas Krüger setzt sich zusammen aus Susanne Goldstein (dpa-Kindernachrichten), Ansbert Kneip (Dein Spiegel), Kristine Kretschmer (sowieso.de) und Andrea Kister (Klaro).


Welche Impulse des Tages nehmen Sie in den redaktionellen Alltag mit? Elke Schlote vom izi stelt die Ergebnisse einer Umfrage unter Konferenz-Teilnehmern vor. Wichtige Punkte sind: Handlungsperspektiven aufzeigen, das junge Publikum mit einbeziehen und neben der fachlichen Genauigkeit und der kindgerechten Aufbereitung auch die fortdauernde, langfristige Berichterstattung im Auge zu behalten.


Eine lebhafte Diskussion ergibt sich um die Frage, wie viel Emotion Kindernachrichten vertragen. “Kinder wollen Fakten und Hintergrundinformationen, ohne große Emotionalisierung”, sagt Maya Götz. Dennoch sei Empathie nötig, sagt Andrea Kister und präzisiert: “Wir dürfen keine negative Emotionen reinbringen.” Ohne Emotion Wissen vermitteln – so das Kneipsche Credo.


Welche Rolle spielt die Recherche? “Gerade wir müssen unglaublich viel recherchieren”, sagt Goldstein. “Wir müssen 150 Prozent wissen, um 100 Prozent zu schreiben.” Kindern muss man nicht beibringen, Dinge zu hinterfragen. “Eher können wir von ihnen lernen, nachzuhaken”, ergänzt Kister, die in der Berichterstattung einen zentralen Bildungsauftrag sieht. “Bekommt ein Kind einmal eine gute Erklärung, speichert es die Information ab. Deswegen ist unsere Verantwortung, auch in die Recherche, so groß.” Verlässlichkeit ist das A und O, bestätigt Wissenschaftlerin Götz und fordert von den Medienmachern deshalb den höchstmöglich Anspruch an die Sorgfalt.


“Kinder brauchen für den Schulhof Argumente – die Nachrichten sind zum Streiten eine wichtige Informationsquelle”, sagt Goldstein. Wichtig sei es, klar zu machen, dass es viele unterschiedliche Perspektiven und Positionen gebe. Jedenfalls benötigen Kinder einen Rückkanal, durch den sie ihre Ansichten äußern können, sagt Kneip und spricht ein heikles Thema an: Geld.


“Qualitätsmedien brauchen Geld – das müssen wir den Verlegern sagen.” Aber auch mit weit geringerem Aufwand als bei logo! (15 Mitarbeiter täglich) sind gute Kindernachrichten möglich, betont Kister. Dabei profitieren auch engagierte Kollegen, die nur hin und wieder eine Berichterstattung für Jüngere machen, indem sie wertvolle handwerkliche Fähigkeiten für ihren Alltag erwerben. “Die Akzeptanz der Redakteure innerhalb der Kollegenschaft hat in den vergangenen Jahren zugenommen”, sagt Goldstein und ermutigt die Konferenz-Teilnehmer, Werbung für diese spezielle Arbeit zu machen.


Das Schlusswort kommt von Maya Götz: “Es sollte klar geworden sein, welche große Chance darin steckt, gute Kindermedien zu machen – vor allem im Vergleich zu Ländern, wo es so etwas gar nicht gibt.” Sie bedeuten nicht nur Information für die Zielgruppe. “Es ist nicht zuletzt ein Mittel, politische Bildung zu erreichen und gesellschaftliche Partizipation zu fördern.”


Comments are closed.