Einen Redaktionsschluss gibt es also nicht?
Nein, aber wir haben dennoch fixe Strukturen. Vormittags zwischen 8 und 14 Uhr stellen wir vor allem aktuelle Inhalte auf die Seite. Um 9.30 Uhr gibt es die tägliche Redaktionskonferenz, bei der wir die Themen absprechen. Ab 12 Uhr verlinken wir Spiele und Videos in unserer Rubrik „Mittagspause“. Da wir wissen, wie viele Leute zu welchen Tageszeiten die Website nutzen, können wir uns darauf einstellen und unsere Angebote an den Nutzungsgewohnheiten ausrichten.
Inwiefern stellt fudder.de eine Konkurrenz zur gedruckten Zeitung dar?
Wir sehen uns nicht als Konkurrent der Regionalzeitung. Fudder.de ist ja ein Produkt des Badischen Verlags, der auch die Badische Zeitung herausgibt. Im Gegensatz zur BZ will fudder.de die Themen aber anders präsentieren, als dies die Zeitung tut. Und vor allem junge Leser ansprechen. Wie alle Zeitungsverlage hat auch der Badische Verlag festgestellt, dass es immer schwerer fällt, junge Leute Zeitung an die Zeitung zu binden. Die Idee hinter fudder.de ist es daher, neue Leser zu gewinnen. Vielleicht gelingt es uns ja auch, unsere Leser für die Zeitung zu begeistern: Ab Februar wird es eine eigene fudder-Seite in der Badischen Zeitung geben.
Eine letzte Frage: Was hat es mit dem Namen fudder auf sich?
Fudder ist der badische Ausdruck für Futter. Damit spielen wir auf die beiden Goldfische in unserem Redaktionsaquarium an, die immer gefüttert werden wollen. Ebenso sollen auch unsere User die Community mit Infos füttern. Hier wird schon auf das partizipative Element von fudder.de hingewiesen. Die Goldfische kann man übrigens auch über eine Webcam auf unserer Seite beobachten.
Interview: Jan Steeger
Markus Hofmann (35) ist Redaktionsleiter von fudder.de. Nach einem Volontariat bei der Badischen Zeitung, hat er in Freiburg und Köln VWL und Medienmanagement studiert. Bevor er die Leitung von fudder.de übernahm, war er Redaktionsleiter vom „Ticket“, dem Veranstaltungsmagazin der Badischen Zeitung.