Mehr als Lifestyle

Redaktionsleiterin Silke Linneweber über Mercury, das neue Schülermagazin des Rheinischen Merkur

 

Silke Linneweber

Frau Linneweber, Mercury wirbt mit dem Slogan „Die Welt ist nicht genug“. Was wollen Sie den Lesern damit sagen?
Das ist ein Spiel mit dem Namen „Mercury“. So hieß ja das erste bemannte US-Raumfahrtprogramm. Mit dem Namen möchten wir darauf hinweisen, dass wir in unserem Magazin einerseits zukunftsweisende Themen aufgreifen und andererseits hinter die alltäglichen Klischees blicken. Wir wollen nicht nur darüber schreiben, was heute ist, sondern auch, was morgen kommt.


Worin unterscheidet sich Mercury von anderen Jugendmagazinen?
Zuerst einmal drin, dass wir konsequent auf Oberstufenschüler ausgerichtet sind. Unsere Zielgruppe sind die Schüler der letzten drei Jahre vor dem Abi im Alter zwischen 16 und 20 Jahren. Viele Jugendmagazine wenden sich dagegen an jüngere Leser oder aber an Studenten. Wir positionieren uns genau in dieser Lücke.

Gibt es auch inhaltliche Abgrenzungen?
Wir setzen inhaltlich stärker als andere Jugendmagazine, die oft rein auf Lifestyle ausgerichtet sind, auf ernstere Themen: gesellschaftlich Relevantes und Politik. In der aktuellen Ausgabe geht es in der Titelgeschichte etwa um Schwangerschaften von Minderjährigen. Dabei nehmen wir unsere Leser und ihre Fragen ernst. Wer bin ich? Was ist mir wichtig? Wie soll ich leben?

 

Titel November 2007

Der Rheinische Merkur ist christlich orientiert und gilt als eher konservativ. Trifft das auch auf Mercury zu?
Man findet bei uns sicher selbstverständlicher als in anderen Jugendmagazinen auch Geschichten mit christlichem Anspruch. Aber konservativ oder liberal – das ist in meinen Augen mehr ein parteipolitisches Schema, das ich auf Mercury nicht anwenden will. Bei uns stehen die Geschichten im Vordergrund. Die sollen die Leser ansprechen, gern auch aufregen und zur Diskussion anregen.


Wie schaffen Sie es, dabei die Erfahrungswelt von Jugendlichen zu treffen? Schreiben auch Schüler für Mercury?
Unser Redaktionsteam besteht aus vier Leuten und einer Reihe von freien Autoren, von denen einige noch zur Schule gehen. Entscheidend ist, dass unsere Autoren gut schreiben und den Nerv der Leser treffen. Man ist als Autor für Mercury sicherlich zu alt, wenn man anfängt, sich über die Jugend zu wundern.

Interview: Jan Steeger

 

Kontakt: Silke Linneweber
Telefon: (0228) 88 41 49
E-Mail: slinneweber@merkur.de
Web: www.mymercury.de